Josef Waldner

Chronist der Gemeinde Mils
Mils
27. Dezember 2014

Die Trinkwasserversorgung von Mils bis 1914

Will man Wasser trinken oder zu anderen Zwecken verwenden -kein Problem. Man dreht einfach den Hahn auf. Daher ist es kaum zu glauben – aber erst 100 Jahre ist es her, dass Mils durch den Bau der „Alexanderquelle“ sowie den Neubau des Wasserleitungsnetzes eine (für damals) moderne und gesicherte gesicherte Trinkwasserversorgung erhielt. In drei Teilen soll hier die Entwicklung des heute so Selbstverständlichen umrissen werden.

Trinkwasserversorgung von Mils bis 1914

Die Versorgung unserer Gemeinde mit Trinkwasser reicht weit in die Zeit vor schriftlichen Aufzeichnungen zurück. Als Quellgebiet diente das Halltal, wo Mils „seit alters her“ ein Wasserrecht besaß. Von dort wurde das kostbare Nass im offenen Gerinne, später in Holzrohrleitungen, dann in Ton- und Eisenrohren nach Mils geleitet, wo es aus Brunnen entnommen wurde (noch Mitte der 1950er Jahre wurde das Vieh an den offenen Dorfbrunnen getränkt). Aufzeichnungen gibt es von 1852, als eine neue Anlage errichtet wurde, die das Wasser mithilfe von Holzrohren ins Dorf brachte und dort vier Brunnen versorgte: Im Oberdorf (beim „Schiachl“), im Unterdorf („Florianibrunnen“ südlich der Kirche), im Hof beim Faistenberger und beim Stiftmoar. 1892 wurde ein neues Leitungsnetz für das ganze Dorf gebaut, das aus dem Stollen am Usterberg im Halltal gespeist wurde. 2550 m Tonrohre mit 15 cm Durchmesser wurden verlegt, ein neuer Hochbehälter sorgte für einen höheren Wasserdruck und die ersten Hydranten wurden gesetzt. Neben den vier Dorfbrunnen gab es nun mehrere Brunnen einer Wassergenossenschaft.

Im Laufe der Zeit zeigte dieses Wasserleitungsnetz aber beträchtliche Missstände in technischer und hygienischer Hinsicht, wie in einem Gutachten 1913 angeführt: Kalkeinlagerungen verengten die Leitungen, dass „sie kaum für den Kleinfinger passierbar sind“. Die Folgen waren Druckverminderung bis zur Stagnation und „hochgradiger Wassermangel“ im Dorf (in heißen Sommern funktionierte z.B. die Wasserleitung im Oberdorf nur eine Stunde pro Tag). „Das Wasser muss in diesen Zeiten vielfach in größeren Gefäßen aufgespeichert werden, was für Trinkwasserzwecke nicht einwandfrei ist“. Infektionskrankheiten häuften sich (mehrere Typhuserkrankungen mit einem Todesopfer) sowie andere Durchfallerkrankungen; bei Schweinen traten immer mehr Fälle von Rotlauf auf.

So ist es nicht verwunderlich, dass man seitens der Gemeindeführung die Neufassung der Quellen und die Erneuerung des Leitungsnetzes vorantrieb.

Bei den Wasserrechtsverhandlungen 1913 waren von der Milser Seite vertreten: Johann Lahartinger (Gemeindevorsteher), Franz Tiefentaler, Kassian Schiendl, Sebastian Fankhauser (Feuerwehrkommandant).