Ingrid Hanser

Dipl. Päd. VOL
Absam-Eichat
17. Juni 2014

Volksschule Absam-Eichat „Tiroler Salz“

Salzabbau und Salzverarbeitung im Halltal gehören seit jeher zu den Themen des Sachunterrichts in der 3. Klasse der Volksschule Absam-Eichat. Um das Interesse für dieses Projekt bei den Kindern zu wecken, schauten wir uns den Film „Tiroler Salz“ von Michael Ebenbichler und Otto Walter Ebenbichler an. Die Schülerinnen und Schüler waren von den Luftaufnahmen, sowie den historischen Begebenheiten und Eindrücken aus dem Berginneren begeistert. Sie interessierten sich besonders für die Salzgewinnung, das Ende des Salzbetriebes und das Wohnen am Berg. Die Fragen zum Film wurden zuerst gemeinsam mündlich erarbeitet und danach in Alleinarbeit beantwortet. Die Bilder im Buch „Tiroler Salz“ vertieften nochmals die Eindrücke der Kinder aus diesem Teil der Tiroler Vergangenheit und veranlassten sie, schöne Zeichnungen zu diesem Projekt anzufertigen. Sie malten die Bergerkapelle, St. Magdalena, die Herrenhäuser, den König-Max-Stollen und die Entdeckung des Haller Salzberges (nach einer Sage von Karl Paulin).

Im März 2014 stand der Hochmahdkopf in Flammen und zerstörte ca. 50 ha Objektschutzwald und Schutzbauten. Die Kinder sammelten eifrig Zeitungsausschnitte von dem Jahrhundertereignis im Halltal und gestalteten Plakate über den bislang größten Waldbrand Tirols. Am Ende des Schuljahres werden die Schülerinnen und Schüler noch einen Ausflug in unser schönes Naherholungsgebiet Halltal unternehmen, um ihr Wissen zu intensivieren. Viele Spuren zum Werdegang der Haller Saline wurden von den Kindern der Volksschule Absam-Eichat gesucht und im Projekt „Haller Salz“ auch gefunden.

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Die Entdeckung des Haller Salzberges (von Karl Paulin)

Das berühmte, bis 1967 betriebene Salzbergwerk Halltal wurde einer alten Überlieferung nach, im Jahre 1275 von Ritter Nikolaus von Rohrbach auf sonderbare Weise entdeckt. Der Ritter übte hoch oben im Halltal das Weidwerk aus und kam während einer Rast mit seinen Jägern ins Gespräch. Sie erzählten ihrem Herrn, dass man schon seit alter Zeit an einem Felsen Rotwild beobachtet habe, das eifrig an den Steinen leckte. Es müsse an diesem Felsen etwas Besonderes sein, denn das Wild im Halltal gedeihe von altersher besonders gut, ganz so, als ob es Salz zum Schlecken bekäme. Der Ritter horchte auf, beobachtete wiederholt das Wild vom Felsen, ging selbst dorthin und berührte mit der Zunge den Stein, den er sogleich als salzreich erkannte. Des Ritters Meinung, dass tief im Berg drinnen ein noch besserer Salzstein liegen müsse, als der an der Erdoberfläche, bestätigte sich, sodass man bald darauf das Haller Salzbergwerk eröffnete. Viele Jahrhunderte lieferte der Haller Salzberg das nützliche und unentbehrliche Gewürz.